Google-Rankings sind nicht mehr alles: Die neuen Erfolgsfaktoren 2026 für Unternehmenswebsites

Aktuell fühlt sich alles stressiger an, auch die Positionierung von Websites in den Suchmaschinen wurde im letzten halben Jahr zunehmend auch ein Stressfaktor für Marketing und IT-Fachleute. Das Sichtbarkeitsspiel wurde nicht nur komplexer und schneller durch die raschen Entwicklungen in der KI-Welt, sondern eines wurde immer deutlicher: Sichtbarkeit bei Google ist nicht mehr primär wichtig. Was dann? Wir beleuchten die neuen Spielregeln für eine solide digitale Sichtbarkeit für Ihr Unternehmen und Ihre Angebote.

Paradigmenwechsel: Warum Google-Rankings nicht mehr das Zentrum sind

Die Fragestellung nach der Positionierung der Website in den Google Resultaten auf Seite 1 oder sogar noch in den obersten Einträgen steht 2026 nicht mehr im Zentrum. Die neue Fragestellung lautet 2026: Werden wir als Unternehmen von Menschen und Maschinen als verlässliche, nutzbare Quelle erkannt? – und zwar so, dass Systeme unsere Inhalte übernehmen, zusammenfassen, vergleichen oder noch besser: sogar zur Entscheidfällung nutzen können.

Answer-first & KI-Interfaces: Wie sich Suche und Erwartung verändern

Die Veränderungen in den letzten Monaten waren frappant: Google lancierte den eigenen KI-Modus, da der Druck von OpenAI’s ChatGPT und anderen LLMs zunahm. Inzwischen werden Google-Suchabfragen fast immer KI-gestützt beantwortet. Der KI-Modus nimmt bei Google immer stärker Einfluss auf die angezeigten Daten und Suchresultate. Alles wird modularer und der Ansatz „answer-first“ steht im Zentrum. Doch dies betrifft nicht nur Google, sondern auch all die Interfaces, in denen heute gesucht wird – von KI-Assistenten bis zu Plattform-Searches. Der Mensch hat sich daran gewöhnt, in Frageform zu suchen – und erwartet eine klare, einfache und zielgerichtete Antwort.

Wohin führt uns also die Reise als Unternehmen? Wie verändert sich das Denken in Websites und Social Media Sichtbarkeit? Wie wird sich Google weiter verändern? Wie betrifft uns das als Unternehmen?

Die klassische Suchseite mit Resultatelinks wird bei Google & Co nicht komplett verschwinden – aber sie verliert bereits jetzt bei Google an Bedeutung und Status. KI-Features wie AI Overviews und weitere KI-Modi verändern, wie Nutzer Informationen konsumieren: Viele Fragen werden direkt beantwortet, oft ohne dass ein Klick zwingend nötig ist. Das verschiebt den Wert der eigenen Website- und Social Media-Inhalte. Neu gilt: Die Inhalte müssen nicht nur gut ranken, sie müssen auch zitierfähig und komprimierbar sein – alles muss in einer Form präsentiert werden, die Maschinen verantwortungsvoll verwerten können.

Praktisch heisst das: klare Strukturen, eindeutige Aussagen, sauberer Kontext, nachvollziehbare Quellen.

Strukturierte Daten 2026: Von Bonus zu Voraussetzung

Wenn 2026 ein Jahr einen klaren Gewinner-Begriff hat, dann ist es: Struktur, insbesondere strukturierte Daten (structured data). Nicht nur im Text, sondern im Datenmodell. „Structured Data“ entwickelt sich vom Bonus (Rich Results, etwas mehr CTR) hin zur Voraussetzung: Inhalte müssen maschinell eindeutig interpretierbar sein, sonst bleiben sie für viele KI-Workflows unbrauchbar.

Structured Data sind nicht „für Google“, sondern stehen für die allgemeine technische Interpretation im Internet. Es ist eine Sprache, mit der Sie aussagen: „Das ist ein Produkt“, „Hier geht es um eine Organisation“, „Das ist ein Event“, „Hier geht es um häufige Fragen“, „Das ist die Person dahinter“. Wenn KI-Systeme Inhalte vergleichen, zusammenführen oder auswählen, brauchen sie stabile Ankerpunkte. Google formuliert zudem klar, dass strukturiertes Markup bestimmten Qualitäts- und technischen Guidelines folgen muss, um überhaupt für erweiterte Darstellungen in Frage zu kommen – das ist nicht nur Syntax, das ist ein Qualitätsfilter.

Was 2026 bei vielen Websites die Veränderung bringt: Nicht einfach „irgendein Datenschema“ integrieren, sondern das Schema so bauen, dass es Ihr Geschäftsmodell sauber abbildet. Bei Hotels sind es nicht nur Reviews, sondern auch Preise, Angebotslogik, Standorte und Policies. Bei Dienstleistern nicht nur „LocalBusiness“, sondern auch Leistungen, Prozesse, Spezialisierungen, Team-/Autorenprofile, Referenzen. Je klarer das Objektmodell, desto besser kann ein System Ihr Angebot einordnen.

Was 2026 als guter Content gilt

Was gilt 2026 überhaupt noch als „guter Content“? Früher war guter Content oft gleichbedeutend mit: langen, keywordreichen, sauber formatierten Inhalten. 2026 ist „guter Content“ eher: präzise, überprüfbar, strukturiert, konfliktarm. Inhalte, die wie aus einer echten Redaktion stammen (oder so wirken), gewinnen: klare Begriffe, saubere Definitionen, eindeutige Aussagen, nachvollziehbare Begründungen – und ganz wichtig: Grenzen benennen.

Wie gehen KI-Systeme mit unpräzisen und zu langen Inhalten um? Sie übernehmen oft nur Bruchstücke, verlieren sich im Kontext oder interpretieren das Thema falsch – entsprechend wird Ihr Inhalt nicht genutzt oder als irrelevant markiert.

Klassische Suche vs. KI-basierte Suche (2022–2026)

JahrKlassische Suche (Google & Co.)KI-basierte Suche (ChatGPT, Perplexity, Gemini)
202298% (Dominanz der „10 blauen Links“)< 1% (Nischenprodukt)
202392% (Erste Verunsicherung durch ChatGPT)8% (Schnelle Adoption)
202485% (Google führt „SGE/AI Overviews“ ein)15% (KI wird Alltagstool)
202575% (Hybrid-Modelle dominieren)25% (Gen Alpha/Z nutzt fast nur noch KI)
202660% (Suchmaschinen werden zu „Antwortmaschinen“)40% (KI ist primärer Einstiegspunkt für Infos)
Tabelle: Entwicklung der KI-Relevanz gegenüber herkömmlichen Suchmaschinen in den letzten Jahren

Sind somit Google Rankings endgültig vom Tisch? Nein! Natürlich bleiben Rankings weiterhin relevant. Aber sie sind 2026 eher Signale innerhalb eines grösseren Systems. Sichtbarkeit kann stattfinden, ohne dass klassische Klickpfade entstehen müssen. Gleichzeitig kann Traffic da sein, ohne dass Sie „der“ eine Sieger-Rank sind – weil Ihre Website/Ihr Unternehmen in Overviews, Empfehlungen oder Vergleichs-Widgets auftaucht.

In der Praxis bedeutet das: Die Zeit des simplen Denkens ist vorbei. Neue Fragestellungen umfassen vor allem: „Sind unsere Inhalte durch KI indizierbar?“, „Wird unser Unternehmen von künstlicher Intelligenz zitiert?“, „Werden wir als Quelle genutzt?“, „Welche Themen-Cluster werden uns zugeschrieben?“, „Wie konsistent ist unsere Markenwahrnehmung über Plattformen hinweg?“

Digitale Reputation & Brand Sentiment: Vertrauen wird berechenbar

Wenn Systeme Antworten zusammenstellen, müssen sie entscheiden, wem sie vertrauen wollen. Der digitale Ruf – die digitale Reputation – ist dabei nicht mehr nur ein Bauchgefühl, sondern eine aus Signalen berechnete Wahrscheinlichkeit. In diesem Zusammenhang wichtig ist der Begriff „Brand Sentiment“.

Brand Sentiment entsteht nicht nur auf Ihrer Website. Es entsteht in Reviews, Foren, Social Posts, Erwähnungen, Medienartikeln und Community-Diskussionen. Darum verschmelzen 2026 Disziplinen, die früher getrennt waren: SEO, PR, Community und Customer Success. Produktbeschreibungen, welche die Kundenerwartungen präzise einfangen, sind entscheidender denn je. Das wichtigste Stichwort heisst „Pflege“: Markenpflege, Inhaltspflege, Datenpflege – und Systempflege. Auch Technik, Sicherheit und rechtliche Aspekte wie Datenschutz spielen zunehmend eine Rolle, da sie eng mit Reputation verknüpft sein können.

Agentic Commerce: Wenn KI-Agenten vergleichen und handeln

Ein weiterer wichtiger Begriff ist „agentic commerce“: KI-Agenten beraten nicht nur, sondern handeln zunehmend direkt. Sie vergleichen Produkte, wählen passende Optionen und können perspektivisch Bestellungen oder Buchungen im Auftrag des Benutzers auslösen. Das verändert klassische E-Commerce- und Booking-Flows, weil Schritte teilweise umgangen werden.

Was heisst das konkret? Wenn ein Agent entscheidet, welches Produkt er empfiehlt, zählt nicht nur der Produkttitel. Es zählt, ob die Produktdaten sauber sind: Verfügbarkeit, Varianten, Versand, Rückgabe, Spezifikationen, Bilder, Preislogik. Es zählt auch, ob Ihr Angebot eindeutig ist (keine versteckten Bedingungen, keine widersprüchlichen Angaben). Agenten lieben Klarheit, weil Klarheit Risiko reduziert.

Agentic Commerce betrifft ab 2026 nicht nur E-Commerce. Auch Dienstleister können in „Agentenlisten“ landen: „Buche mir einen Termin“, „Finde eine Agentur“, „Vergleiche Anbieter“. Plattformen, die nicht maschinenlesbar sind (Leistungen, Preise/Modelle, Region, Verfügbarkeit, Nachweise), werden für Agenten unsichtbar oder werden gefiltert.

Multimodale Inhalte: Bilder, Tabellen, Grafiken, Transkripte

Inhalte sollten ab 2026 zunehmend gespickt sein mit Bildern, Tabellen, kurzen Erklärgrafiken sowie Audio/Videos mit Transkripten. Reiner Text bleibt wichtig, aber Plattformen gewinnen, die ein breites Spektrum an Inhaltselementen als Kontextanker nutzen: Sie helfen Menschen – und sie helfen Systemen, Inhalte sicher einzuordnen. Gerade Transkripte und klar strukturierte Medienbeschreibungen liefern Textstrukturen, ohne dass „nur Text“ publiziert werden muss, und geben zusätzliche Optionen, Begriffe eindeutig zu definieren.

Social Signals: Website & Plattformen als Einheit

Die Trends 2026 zeigen, dass soziale Plattformen als zusätzliche Signale und Quellen für Sichtbarkeit zunehmen. Social Media wird für Unternehmen unverzichtbar. Menschen suchen längst auf TikTok, Reddit, LinkedIn und YouTube – nicht weil Google „schlecht“ wäre, sondern weil diese Plattformen Kontext, Meinung, Erfahrung und Praxisnähe liefern.

Für die Online-Sichtbarkeit bedeutet das: Sie können die Website nicht mehr als einziges Zentrum betrachten. Die Website bleibt die verlässliche Anlaufsstelle und digitale Basis, wo es um Vertrauen und eindeutige Daten geht. Wichtig ist aber zu verstehen, dass Resonanz oft anderswo entsteht – und zurückwirkt: Erwähnungen, Diskussionen, Zitate und geteilte Erfahrungen formen das Markenbild und das Vertrauensprofil.

E-Mail & Newsletter: Der stabile Vertrauenskanal

Wo steht E-Mail als Instrument im Jahre 2026? Zwischen all den Plattformverschiebungen wirkt E-Mail fast altmodisch – und genau darum wird es wieder stark. Newsletter-Systeme bleiben stabil, weil damit unabhängig von Google- und KI-Algorithmen Kundenbeziehungen gepflegt werden können: Neuigkeiten, Produktinfos, Veranstaltungen und mehr lassen sich 1:1 an die Zielgruppe kommunizieren. E-Mail bleibt ein Vertrauensmedium – und der Newsletter ein zentrales Instrument.

Massnahmen 2026: Prioritäten & Checkliste

Welche Massnahmen sollten 2026 unbedingt umgesetzt werden? Wenn man diese Trends liest, steigt der Stresspegel rasch an. Kommt viel neue Arbeit auf Marketingteams zu? Ja und Nein. Es ist sinnvoll, sich mit Trends auseinanderzusetzen, Strategien anzupassen und erste Massnahmen umzusetzen. In einer ersten Phase sollten Inhalte strukturierter publiziert werden:

  • Strukturierte Daten: Bestehende Systeme, Websites oder Kanäle sollten darauf ausgerichtet werden und müssen ggf. technologische Umbauten durchlaufen.
  • Content Qualität: Unternehmensinhalte sollten präziser und qualitativer produziert werden. Bestehende Inhalte schärfen, Aussagen präzisieren, Begriffe definieren und Fehler/Widersprüchlichkeiten durch gute Inhaltspflege reduzieren.
  • Autorität sichtbar machen: Wer schreibt? Warum ist diese Person/Organisation qualifiziert? Welche Belege, Referenzen und Prozesse gibt es? Warum ist das Unternehmen Profi zu diesem Thema?
  • Datenqualität im E-Commerce: Setzen Sie auf Inhalte und Beschreibungen, die Agents helfen, ohne Rückfragen eigenständig zu handeln. Ersetzen Sie unstrukturierte Daten in Shops oder Plattformen durch validierte, strukturierte Datenblöcke.
  • Tracking & Messung: Der Fokus darf nicht mehr nur auf Rankings liegen. Beobachten Sie Zitierungen, Brand Queries, wiederkehrende Nutzer, Plattform-Resonanzen, Social-Interaktionen sowie den Benutzerflow von Plattformen zur Zielplattform.

Der wichtigste Mindset-Shift: Nicht „Wie überliste ich den Algorithmus?“, sondern „Wie werde ich so klar, so konsistent und so hilfreich, dass Systeme mich gerne verwenden?“ – und dasselbe gilt für menschliche Benutzer. Sichtbarkeit wird so kein Zufall mehr, sondern ein Nebenprodukt von Qualität.

Quellen

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