Digitale Sichtbarkeit in der Schweiz im KI-Zeitalter Teil 1: AEO vs. GEO

Worum geht es? Hier kurz erklärt:

Im ersten Teil unserer Serie erklären wir, dass klassische SEO weiterhin wichtig bleibt, aber allein nicht mehr ausreicht. Sichtbarkeit entsteht heute auch dort, wo KI-Systeme direkte Antworten geben – deshalb brauchen Unternehmen zusätzlich Answer Engine Optimization (AEO) für klar extrahierbare Antworten und Generative Engine Optimization (GEO), damit KI-Modelle Inhalte als vertrauenswürdige Quellen zitieren. Besonders in der Schweiz spielt die Berücksichtigung regionaler Sprache und Zielgruppen eine grosse Rolle.

Was sich in den letzten Jahren im digitalen Sichtbarkeitsfeld vollzogen hat, lässt sich nur noch mit dem Hinweis auf einen grundlegenden Wandel beschreiben. Die klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) als disziplinierte Praxis, die aus Keyword-Forschung, technischer Struktuierung und Backlink-Aufbau bestand, ist kein Auslaufmodell – sie bleibt auch 2026 der Boden, auf dem jede moderne Informationsstrategie wächst. Aber dieser Boden hat seine Oberflächen verändert: Suchanfragen passieren heute nicht mehr ausschliesslich über Google-Rankings, sondern in einer multimodalen Landschaft aus traditionellen Suchmaschinen, Voice Interfaces, KI-Antwortsystemen und generativen Assistenzdiensten. Wer in der Schweiz seine Zielgruppen erreichen will, muss verstehen, wie diese Systeme Information abrufen, interpretieren und schliesslich wiedergeben.

Im Kern rücken zwei neue Optimierungsansätze in den Vordergrund: Answer Engine Optimization (AEO) zielt darauf ab, Inhalte so aufzubereiten, dass sie direkt als Antwort in KI-gestützten Antwortdiensten und Sprachassistenten erscheinen – klare, kurze, strukturierte Antworten, die von Systemen wie Google AI Overviews, Siri oder Alexa problemlos extrahiert werden können. Generative Engine Optimization (GEO) geht einen Schritt weiter, indem der Fokus nicht nur auf der Antwortqualität liegt, sondern auf der Wahrscheinlichkeit, dass KI-basierte Systeme Inhalte zitieren oder referenzieren und dadurch Autorität aufbauen. GEO ist also weniger an Rankings gebunden, sondern an Sichtbarkeit in generativen Antworten selbst.

Aus akademischer Sicht hat die Evolution hin zu generativen Systemen die Forschung vor neue Fragestellungen gestellt. Jüngste Studien zeigen, dass die Mechanismen, die grosse Sprachmodelle wie ChatGPT oder Google Gemini verwenden, fundamental anders funktionieren als klassische Index- und Ranking-Algorithmen. Während Suchmaschinen auf Link-Strukturen und semantische Indizes setzen, analysieren generative Modelle grosse Mengen an Texten, gewichten Earned Media (also Dritt-, branchenspezifische und vertrauenswürdige Quellen) deutlich höher und wählen im Idealfall Inhalte aus, die als evidenzbasiert gelten. Diese empirischen Befunde legen nahe, dass SEO-Massnahmen zwar die Basis schaffen, aber für langfristige Sichtbarkeit in generativen KI-Antworten zusätzliche Strategien nötig sind.

Dass diese neuen Disziplinen aus dem Nichts entstanden sind, wäre falsch. Der Unterschied zu früheren SEO-Trends liegt weniger im Ob, sondern im Wie und im Warum. Schon klassische SEO-Grundsätze – klare Struktur, gute Nutzerführung, semantisch reichhaltige Inhalte – sind auch für AEO und GEO relevant. Aber wo SEO früher darauf abzielte, eine Seite in den organischen Suchrankings weit oben zu platzieren, geht es heute darum, in den Antworten aufzutauchen, die Nutzer überhaupt erst sehen, bevor sie scrollen oder klicken. Das bedeutet, dass Inhalte einerseits leicht extrahierbar formuliert sein müssen (typisch AEO) und andererseits tief genug argumentiert sein müssen, um als vertrauenswürdige Quelle zu funktionieren (typisch GEO).

Gerade in der Schweizer Sprach- und Marktlandschaft bedeutet das, dass regionale Besonderheiten, sprachliche Nuancen und lokale Suchintentionen berücksichtigt werden müssen. Während generative KI-Tools global funktionieren, interpretieren sie auch lokale Begriffe, regionale Schreibweisen und kulturelle Kontexte – ein Punkt, den viele internationale Artikel oft nur am Rande erwähnen. Schweizer Unternehmen, die Inhalte explizit für Deutschschweizer, Romands oder Tessiner Publika verfassen, schaffen zusätzliche Relevanzsignale, die sowohl klassische Suchmaschinen als auch KI-Modelle stärker gewichten. Mehrsprachigkeit wird damit nicht nur zur Sprachfrage, sondern zur Sichtbarkeitsstrategie.

Die Integration von AEO und GEO in eine bestehende SEO-Strategie bringt auch Herausforderungen mit sich, über die man offen sprechen muss. Viele Unternehmen neigen dazu, diese Disziplinen als getrennte “Kampagnen” zu behandeln – eine massgebliche Fehlannahme. Stattdessen geht es um ein integratives Verständnis: AEO-Techniken wie prägnante Direktantworten, FAQs oder strukturierte Daten sind nur dann effektiv, wenn die Inhalte zugleich die Tiefe und Relevanz besitzen, die generative Systeme belohnen. Ebenso kann ein Fokus auf generative Sichtbarkeit ohne solide technische SEO-Basis dazu führen, dass Inhalte zwar oft zitiert, aber nie tatsächlich besucht werden, was sich langfristig negativ auf Markenbekanntheit und Conversion auswirkt.

MerkmalAEO (Answer Engine Optimization)GEO (Generative Engine Optimization)
KernzielBereitstellung der direkten, isolierten Antwort.Aufnahme als Referenzquelle in KI-Synthesen.
NutzerabsichtSchnelle Informationsbeschaffung (z.B. „Wann ist Auffahrt?“).Umfassende Recherche & Entscheidungsfindung.
InhaltsformFAQs, Definitionen, Tabellen, Bullet-Points.Tiefgründige Analysen, Case Studies, Whitepapers.
Technik-FokusSchema.org-Markup, strukturierte Daten.Autorität (E-E-A-T), Einzigartigkeit der Daten.
Schweiz-BezugLokale Fakten (Postleitzahlen, kantonale Regeln).Expertenstatus im Schweizer Gesamtmarkt.
ErfolgsmessungErscheinen in Featured Snippets / Voice Search.Zitate und Links in KI-Antworten (z.B. ChatGPT).

Typische Stolpersteine auf diesem Weg zeigen sich besonders dann, wenn Teams versuchen, “Content für AI” zu erstellen, ohne klare Zielgruppenanalysen oder ohne datengetriebene Optimierung. Viele KI-Modelle bevorzugen klare, logische Strukturen, kurze Intro-Antworten und weiterführende, verlässliche Quellenbelege. Wenn Inhalte zu allgemein, zu technisch oder zu “marketinglastig” formuliert sind, schneiden sie bei der Auswahl durch generative Systeme oft schlechter ab. Gleichzeitig bleibt die Gefahr bestehen, dass durch eine ausschliessliche Optimierung für AEO-Snippets entweder die Tiefe der Inhalte leidet oder dass der Leser nicht mehr genug Substanz findet, um den nächsten Schritt zu tun. Hier gilt es, eine Balance zu finden.

Ein weiterer Stolperstein ist die Messbarkeit. Klassische SEO-KPIs wie Rankings, Klicks oder Impressionen sind klar definiert. Die Sichtbarkeit in AEO- oder GEO-Kontexten erfordert neue Messgrössen – etwa die Anzahl der Erwähnungen in generativen Antworten, das Volumen an KI-Referenzen oder das Verhältnis zwischen Snippet-Ausschnitten und tatsächlichen Website-Klicks. Diese Metriken sind oft nicht standardisiert, variieren zwischen Plattformen und können schnell unübersichtlich werden. Der Aufbau eines konsistenten Monitorings ist damit nicht nur technische Spielerei, sondern ein strategischer Imperativ.

Abschliessend ist klar: SEO, AEO und GEO sind keine konkurrierenden Disziplinen, sondern Elemente eines sich entwickelnden Ganzen. Während klassische SEO weiterhin Traffic und Sichtbarkeit schafft, sorgen AEO-Massnahmen dafür, dass Antworten dort erscheinen, wo Nutzer sie erwarten, und GEO-Strategien stellen sicher, dass Inhalte auch als vertrauenswürdige Quellen in KI-Antworten zitiert werden. Diese Transformation ist weder eine Modewelle noch ein kurzfristiger Hype – sie reflektiert den fundamentalen Wandel der Informationssuche in einer Welt, in der KI-Modelle mehr sind als Suchmaschinen und gleichzeitig die Schnittstellen zwischen Mensch, Frage und Antwort neu definieren.

Literaturverzeichnis

Chen, Mahe; Wang, Xiaoxuan; Koudas, Nick et al., Generative Engine Optimization: How to Dominate AI Search, arXiv 2509.08919, 2025.

SEO, GEO und generative KI-Sichtbarkeit, Zumoseo.ch, 20 Jan 2026.

SEO & GEO 2025-26, Online-Marketing.ch, 26 Sept 2025.

SEO, AEO & KI-Content-Optimierung, Dataloft.ch, 13 Jan 2026.

Answer Engine Optimization, Wikipedia.

Generative Engine Optimization, Wikipedia.

SEO Trends im KI-Zeitalter, ClickRank.ai.

SEO 2026: Strategien & Herausforderungen, Metanet.ch.

SEO vs AEO vs GEO − Medium Insights, Simran Sumaiya (Medium).

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